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Was machen eigentlich derzeit unsere Nachwuchs-Handballerinnen?

Pandemiezeiten sind leider auch Anti-Sport-Zeiten. Inwieweit das sinnvoll ist, darüber ließe sich trefflich streiten, soll aber nicht Bestandteil dieses Artikels sein.

Vielmehr sind wir froh, dass die eine oder andere sportliche Nachricht noch den Weg auf unsere Homepage findet.

Im Mittelpunkt dieser Notiz steht die Sportart Handball.

Nicht immer war es die Philosophie der Bundesligamannschaft der Frauen des Thüringer HC, die an der Sportschule ausgebildeten Nachwuchskräfte in die erste Mannschaft zu integrieren. Dadurch haben eine Reihe talentierter Spielerinnen Thüringen verlassen, um sich ihre Spielpraxis an anderer Stelle zu holen.

In den letzten Jahren hat sich das erfreulicherweise geändert. Seit geraumer Zeit kommen Schülerinnen unserer Oberstufe zu Spielzeiten in der Bundesliga, ja gehören sogar zum Stamm der ersten Mannschaft. Das wird sicherlich zu einem Motivationsschub auch für die jüngeren Spielerinnen in der B–Jugend und A–Jugend des THC führen.

In der aktuellen Spielzeit zählt Laura Kuske als Torhüterin zum Stamm der Frauen-Bundesligamannschaft und glänzt mit stabilen Leistungen im THC-Tor.

In den letzten Partien gegen Metzingen und Göppingen standen mit Lucy Gündel, Jolina Huhnstock und Nele Weyh drei weitere Schülerinnen der Abiturstufe im Aufgebot von Trainer Herbert Müller.

Wir drücken ihnen für den Rest der Saison die Daumen, dass weitere Einsatzzeiten folgen und das Saisonziel, Qualifikation für die Europe League 2021/22, für die Mannschaft erreicht wird.

Aber auch im Nachwuchsbereich gibt es grünes Licht für die Fortsetzung der Saison.

So treffen die Handballmädchen der B-Jugend in der Vorrunde der Bestenermittlung des Mitteldeutschen Handballverbandes am 25. April in Bad Langensalza auf den HC Leipzig und den SC Union Halle-Neustadt. Ziel ist es dabei, sich für die deutsche Meisterschaft zu qualifizieren

Auch in der weiblichen Jugendbundesliga (A-Jugend) geht die Saison nun weiter, man einigte sich bei 16 verbliebenen Teams auf eine Wiederaufnahme direkt im K.-o.-System. Dabei spielen unsere Handballerinnen im Achtelfinale gegen die HSG Würm-Mitte, am 25. April in Gräfelfing und am 1. Mai in Bad Langensalza.

Für all diese Vorhaben drücken wir unsere Handballmädchen die Daumen und hoffen auf gute und erfolgreiche Spiele./am

Felician hat sich im Stadtausscheid bewährt

Auch in dieser schwierigen Periode bleibt die Zeit nicht stehen und das Leben läuft, wenn auch in anderer Form als gewohnt, weiter.

So auch beim Vorlesen. Der deutschlandweite Vorlesewettbewerb beginnt jedes Jahr mit den Klassenausscheiden im Herbst und endet mit dem Bundesfinale im Mai/Juni.

Im November des vergangenen Jahres gewann an unserer Schule Felician Mau den Schulausscheid der 6. Klassen und wurde damit zum Stadtausscheid in Erfurt eingeladen.

Aufgrund der Pandemielage konnte dieser Stadtausscheid aber nur virtuell durchgeführt werden. Jeder Teilnehmer musste ein Video mit einem eigenen Lesebeitrag hochladen und diesen einsenden.

Dabei überzeugte Felician wieder mit einer tollen Vorleseleistung, sodass er am Ende mit folgender Nachricht überrascht wurde:

Lieber Felician, herzlichen Glückwunsch!

Du bist der Gewinner des diesjährigen Vorlesewettbewerbs, Stadtentscheid der Stadt Erfurt.

Vielen Dank, dass du in diesem Jahr am Vorlesewettbewerb, Stadtentscheid der Stadt Erfurt, mitgemacht hast.

Eigentlich findet die Veranstaltung in der Kinder- und Jugendbibliothek statt und die Gewinner der einzelnen Schulen haben zur Unterstützung ihre Eltern,Verwandten, Freunde oder Lehrer mitgebracht und es gab tosenden Applaus, nachdem gelesen wurde.

Nun ist es ein ganz besonderes Jahr. Ihr müsst Aufgaben lösen, mit denen manchmal Erwachsene zu kämpfen haben.

Und ich kann dir versichern, dass du mit der Einsendung deines Filmes eine Meisterleistung vollbracht hast. Toll!

Wir gratulieren Felician ebenfalls zu dieser Leistung und wünschen weiterhin viel Spaß beim Lesen./am

Frischer Wind zum neuen Schuljahr: Kooperation mit dem Spa & GolfResort Weimarer Land

Mit Beginn des neuen Schuljahres 2020/2021 übernahm das Spa und GolfResort Weimarer Land unter Sportkoordinator Thomas Mönch und Trainer Mathias Jäckel das Training für die Golfschüler und löste damit den bisherigen Trainer Marcus Brembach ab.

Im Spa & GolfResort Weimarer Land stoßen die angehenden Golfprofis auf beste Trainingsbedingungen. Neben der großen Driving Range und den Putting- und Chipping-Areas, sind auf der Anlage bereits eine Scope-Halle mit Video- und Ballfluganalyse, ein Logical Golf System, ein moderner Cardiobereich mit Kursraum und viele Laufstrecken vorhanden.

Und als wenn das nicht schon genug wäre, ist gerade der Ausbau des aktuellen 3-Loch-Kurzplatzes zu einem 9-Loch-Executive-Platz in vollem Gange. Nach Beendigung stehen mit den schon bestehenden 36 Löchern, dann insgesamt 45 Löcher für das Training bereit. Außerdem soll der Bau einer Indoor-Simulator-Halle das Angebot erweitern.

Weinrich und Jäger im Sprintteam Thüringen

Zur Zeit etwas über den Sport zu schreiben, fällt schwer, sind doch die meisten Schüler unseres Sportgymnasiums im erzwungenen Pausenmodus. Die Nachwuchsligen haben ihren Spielbetrieb schon lange eingestellt, Nachwuchsmeisterschaften finden im Winter nicht statt, Training ist nur für Kadersportler unter Beachtung der Hygienebestimmungen möglich.

Trotz allem flimmert ein Leuchtstreif am Horizont, wenn derweil auch nur für ausgewählte Bundeskader. So nimmt man im Radsport Kurs auf die Bahnradweltmeisterschaften der Junioren, die im April in Kairo/Ägypten stattfinden sollen. Ursprünglich waren sie für den August 2020 geplant, wurden dann aber auf Grund der Pandemielage verschoben.

Zwei Athleten, die sich auf diesen Höhepunkt vorbereiten, lernen in der Klasse A 23 und sind Mitglied im Sprintteam Thüringen, zu dem insgesamt sechs Aktive gehören. Lara-Sophie Jäger und der zweifache Junioren-Europameister Willy Weinrich gehören diesem Team an, das vom Niederländer Anner Miedema als sportlicher Leiter geführt wird und unter anderem solche Unterstützer hat wie den Ex-Weltmeister Rene Enders oder auch den Freistaat Thüringen. Dabei tritt man als Markenbotschafter des Landes Thüringen auf. Natürlich setzt man dabei auf die Fortsetzung der Thüringer Bahnradsporterfolge, die im letzten Jahrzehnt u.a. von Rene Enders, Christina Vogel oder auch Pauline Grabosch eingefahren wurden./am

Ein besonnenes und erfolgreiches neues Jahr 2021

Mit Weitsicht ins neue Jahr, 2021, blicken, das wünschen wir allen Lehrern, Schülern, Erziehern und technischen Kräften. Bleiben Sie/bleibt gesund, bewahren Sie sich/bewahrt euch einen optimistischen Blick und lassen Sie/lasst uns gemeinsam die Herausforderungen des kommenden Jahres erfolgreich meistern.

Weihnachtswünsche

Mit dem folgenden Gedicht von Joseph von Eichendorff wünschen wir allen Mitgliedern unseres Schulkollektivs, allen Schülern, Lehrern, Erziehern und technischen Kräften, eine besinnliche und gesunde Weihnachtszeit.

Markt und Straßen stehn verlassen,
Still erleuchtet jedes Haus,
Sinnend geh’ ich durch die Gassen,
Alles sieht so festlich aus.

An den Fenstern haben Frauen
Buntes Spielzeug fromm geschmückt,
Tausend Kindlein stehn und schauen,
Sind so wunderstill beglückt.

Und ich wandre aus den Mauern
Bis hinaus in’s freie Feld,
Hehres Glänzen, heil’ges Schauern!
Wie so weit und still die Welt!

Sterne hoch die Kreise schlingen,
Aus des Schneees Einsamkeit
Steigt’s wie wunderbares Singen –
O du gnadenreiche Zeit!

(Joseph von Eichendorff)

Leichtathletik/13.12. 2020

Während der Lockdown ab 16.12. nun Gewissheit ist, schauen wir auf eine verkürzte Leichtathletiksaison zurück, die anders abgelaufen ist als in den letzten Jahren.

Trotz allem haben auch unsere Sportschüler in der Leichtathletik alles versucht, um sich weiterzuentwickeln.

Inwiefern das gelungen ist, darüber geben die deutschen Bestenlisten Auskunft, die alljährlich im Dezember veröffentlicht werden.

An dieser Stelle dokumentieren wir die Platzierungen 1 – 30 in den einzelnen Altersklassen und freuen uns über 16 Top-10-Platzierungen.

AK 14 weiblich

 4.    Caroline Freitag                Weitsprung                  5,43m

 5.    Hanna Räpple                    100m                        12,65s

15.    Hanna Räpple                    Weitsprung                  5,29m

30.    Caroline Freitag                 80m Hürden               12,59s

AK 14 männlich

  4.   Thilo Wolff                         Hochsprung               1,79m

21.    Thilo Wolff                         Weitsprung                5,81m

21.    Karl Geburek                     800m                        2:11,27 min

AK 15 weiblich

  3.   Verena Wesser                   Hammerwerfen          52,16m                    

15.    Carolin Adler                      Dreisprung                 10,82m

17.    Verena Wesser                   Diskuswerfen             32,37m

21.    Emma Herwig                    800m                        2:19,31 min

AK 15 männlich

1.     Benedikt Wallstein              Weitsprung                6,78m

2.     Benedikt Wallstein              80m Hürden               10,87s

7.     Benedikt Wallstein              100m                        11,36s

16.    Thilo Wolff                         Hochsprung               1,79m

25.    Ben Frerichs                      3000m                      9:57,44 min

AK U18 weiblich

  6.   Marie Herre                        Dreisprung                 12,12m

16.    Eileen Seebon                    3000m                      10:11,85 min

18.    Verena Wesser                   Hammerwerfen         52,16m

19.    Cora Blaue                        3000m                      10:13,50 min

23.    Eileen Seebon                    1500m                      4:43,03 min

29.    Emma Neuert                    Diskuswerfen             35,74m

AK U18 männlich

  1.   Robin Müller                       10km Straßenlauf       32:26 min

  4.   Robin Müller                       3000m                      8:45,20 min

  5.   Robin Müller                       1500m                      3:59,24 min

  5.   Robin Müller                       2000m Hindernis    6:19,30 min

  9.   Hannes Hahn                     400m Hürden             56,11s

13.    Benedikt Wallstein           Weitsprung                6,78m

14.    Valentin Brenner              Dreisprung                 13,52m

15.    Cedric Spieß                      Hochsprung               1,91m

17.    Floyd Mewes                      Dreisprung                 13,40m

28.    Tom Flöter                         Hammerwerfen          45,22m

AK U20 weiblich

10.    Marie Herre                        Dreisprung                 12,12m

21.    Anastasia Tronicek            2000m Hindernis         7:16,22 min

AK U20 männlich

  3.   Moritz Schmidt                   10000m Bahngehen    52:06,62 min

  5.   Robin Müller                       10km Straßenlauf       32:26 min

13.    Robin Müller                       3000m                      8:45,20 min

16.    Robin Müller                       1500m                      3:59,24 min

17.    Robin Müller                       2000m Hindernis         6:19,30 min

29.    Valentin Brenner                 Dreisprung                 13,52m/am

„Gefragt – Geantwortet” – Besondere Leistungen unserer Sportschüler

Ein Erlebnis, wie kein anderes – Willy Weinrich holt Gold bei der Europameisterschaft

Willy Weinrich, 16 Jahre jung und schon Europameister. Die meisten an unserer Schule träumen noch davon, für ihn ist der Traum wahr geworden. Bis letztes Jahr ist er nationale Wettkämpfe gefahren, jetzt ging es zum ersten Mal international los und der Erfolg hat nicht lange auf sich warten lassen. Bei der Junioren-Europameisterschaft in Fiorenzuola d`Arda gewann Willy zwei Goldmedaillen, eine im Sprint, die andere im Teamsprint. Der 3.Platz im Zeitfahren rundete seinen Erfolg dann noch ab. Eine wirklich besondere Leistung von einem unserer Sportschüler, der in einem Interview auch gerne seine Erfahrungen mit uns geteilt hat.

Frage:   Wie bist du zum Radsport gekommen?

Willy:   Ich bin durch meine Kindergärtnerin zum Radsport gekommen. Wir sind zu Hause im Kindergarten ein kleines Rennen um einen Parkplatz gefahren und dort bin ich dann von einem Trainer angesprochen worden.

Frage:   Warum brennst du ausgerechnet für den Radsport? Die Sportart gehört ja mit zu den härtesten, die es gibt.

Willy:   Naja, man überlegt schon, warum man das machen will, aber mir macht es Spaß, auf dem Rad zu sitzen und zu fahren. Es gibt bei uns den Kurzzeitbereich und den Ausdauerbereich. Im Kurzzeitbereich bist du nicht so oft auf dem Rad. Zurzeit fahre ich gar nicht mehr draußen. Wir sind Schönwetterfahrer, sag ich immer so (lacht). Im Sommer fahren wir ab und zu mal raus und sind draußen auf der Bahn. Gerade sind wir oft im Kraftraum, dreimal in der Woche mittlerweile. Es ist einfach eine schöne Abwechslung drin. Du setzt dich mal aufs Rad, du gehst viel in den Kraftraum, jetzt im Winter fährt man auf dem Ergometer und im Sommer trainieren wir wieder auf der Bahn, also es ist nicht immer so monoton, dass man die ganze Zeit auf dem Rad sitzt. Das könnte ich dann auch nicht (lacht).

Frage:   Hast du Rituale vor Wettkämpfen bzw. Glücksbringer?

Willy:   Bestimmte Rituale habe ich jetzt nicht, aber so ein kleines Ritual ist mehr oder weniger mein Espresso vor einem Wettkampf, dann läuft es gut. Den Espresso habe ich in Italien auch bekommen.

Frage:   Eine Europameisterschaft ist für jemanden in unserem Altersbereich schon ein richtig großes Ding. Hast du dich da anders vorbereitet als vor einem „normalen“ Wettkampf?

Willy:   Naja, man muss sagen, dass wir uns auf die Europameisterschaft das ganze Jahr lang vorbereitet haben. Es war ja der Höhepunkt, bzw. der eigentliche Höhepunkt sollte die Junioren-Weltmeisterschaft sein, aber diese ist ausgefallen und deshalb haben wir dann den Fokus auf die EM gelegt. Ich bin davor vier oder fünf Wochen lang nicht in der Schule gewesen, denn wir waren zur Vorbereitung eine Woche in Cottbus, eine Woche in Frankfurt/Oder, dann wieder in Cottbus und danach sind wir an einem Samstag mit einer Zwischenübernachtung nach Fiorenzuola d`Arda gefahren. Dort hatten wir eine halbe Woche zur Vorbereitung und Bahngewöhnung. Am Donnerstag ging es dann für mich los und am Tag davor, am Mittwoch, hatten wir Vorbelastung. Da fährt man nochmal seine Intensitäten, damit man ins Laktat kommt und am nächsten Tag so schnell wie möglich ist. Um unsere Rennräder mussten wir uns nicht kümmern, das war entspannt, sonst müssen wir die immer selber umbauen. Wir hatten drei Mechaniker dabei, die sich gekümmert haben. Bei der Vorbelastung hat man natürlich auch nochmal geschaut, dass das Rad vernünftig läuft und am nächsten Morgen, ob alles passt.

Frage:    Wie bist du an die EM rangegangen? Hattest du hohe Erwartungen oder großen Druck?

Willy:   Ich kann mich daran erinnern, bzw. mein Trainer erinnert mich immer wieder daran (lacht), dass ich ihm ein bisschen auf die Nerven gegangen bin, weil meine Leistungen die zwei Wochen davor mehr oder weniger noch nicht da waren, wo ich sie mir gewünscht hätte. Man trainiert ja wirklich darauf hin, dass man zum Höhepunkt topfit ist. Das muss ich auch noch lernen, aber da hat wirklich alles gepasst. Ich bin mehr so der Kopfmensch und mache mir manchmal ziemlich viele Gedanken vor Wettkämpfen, aber ich muss sagen, dass ich entspannt an die EM rangegangen bin. Ich war da und hatte noch nicht so das Gefühl, jetzt geht es wirklich los. Als wir uns am Abend vor dem ersten Rennen  ins Bett gelegt haben, haben wir noch gelacht und darüber geredet, dass wir morgen Teamsprint fahren und etwas erreichen wollen. Erst früh im Bett habe ich dann die Aufregung gemerkt und gedacht, dass ich jetzt fahren und erstmal abliefern muss. Ich kenne es nicht so, dass ich davor die Tage schon richtig aufgeregt bin. Das kommt bei mir immer erst direkt am Wettkampftag. Da merke ich es dann.

Frage:   Inwiefern unterscheidet sich die Atmosphäre bei einer Europameisterschaft von der bei einem „normalen“ Wettkampf?

Willy:  Das ist etwas ganz anderes, auch vom Feeling her. Man kann sich das nicht vorstellen. Alle Betreuer, die dabei waren, haben sich um dich gekümmert. Man hat so vieles bekommen, du musstest einfach nur sagen, was du brauchst. Dir wurde alles zugeliefert. Du kannst da wirklich Wünsche äußern, so war es bei uns zumindest. Ja, das war cool. Es ist halt ziemlich groß aufgezogen worden. Sonst ist es immer so, dass der Trainer sich um zwanzig Sportler kümmern muss und dort waren auch schon mal drei Trainer für zwei Sportler da. Wir hatten auch eine Physiotherapeutin dabei, die sich um uns gekümmert hat. National ist das ganz anders, man muss sich um alles selbst kümmern und dort wurde man dann gefragt, ob man genug getrunken hat oder es wurde einem gesagt, dass man eine Banane oder einen Riegel essen solle. Es wurde einem fast reingezwungen (lacht). Du musstest nur Leistung bringen und um den Rest haben sich die Betreuer gekümmert. Wir haben uns gegenseitig angefeuert und hochgepusht. Dann funktioniert das auch, es hat Spaß gemacht und ist etwas ganz anderes.

Frage:   Und kamst du auch in Kontakt mit Sportlern aus anderen Ländern?

Willy:   So viel haben wir gar nicht zusammen gemacht. Bei uns in Deutschland ist es so, dass alles in der Halle abläuft und man sich drinnen vorbereitet. Dort war es so, dass wir uns wegen Corona draußen vorbereitet haben und Masken tragen mussten. Außerdem ist im Wettkampf jeder auf sich fokussiert und die anderen Athleten waren, wenn sie keinen Wettkampf hatten, dann auch nicht anwesend. Also, Kommunikation ist da gewesen, aber es war nicht so viel. Beim Wettkampf oder nach dem Wettkampf hat man immer mal miteinander geredet. Wegen Corona hat man aber auch aufgepasst. Wir mussten auch Corona-Tests machen.

Frage:   Gibt es einen Moment der Europameisterschaft, den du ganz besonders in Erinnerung hast?

Willy:   (lacht) Ja, auf alle Fälle. Der Moment ist aus dem letzten Sprintlauf von mir. Wir sind 10 Minuten vorher schon einen Lauf gefahren. Die Bahn ist 400m lang und ein Lauf geht über zwei Runden, das heißt insgesamt waren es 800m und 600m davon bin ich voll ins Laktat gefahren. Ich lag dann erstmal und musste Luft holen. Im letzten Lauf sind wir langsam angefahren, ein Rennen ist sehr taktisch, man kann nicht zwei Runden voll fahren. In dem Moment wusste ich nicht so genau, was ich da gerade mache. Mein Gegner, ein Pole, war mir ein bisschen überlegen, aber schon ein bisschen „grau“. Taktisch habe ich es dann ganz gut gemacht. Ich habe versucht, ihn über mir zu halten. Wenn man vorne ist, ist man besser dran, weil man mehr Geschwindigkeit hat. Dann habe ich gemerkt, dass ich aktiver werden müsste. Er war ein wenig schneller als ich, aber weil er den längeren Weg hatte, hat mir das am Ende den Sieg gebracht. Damit habe ich nie gerechnet. Ich bin jetzt im jungen Jahr der Altersklasse U19, da ist es eigentlich verboten, dass du gewinnst (lacht). Ich habe nie damit gerechnet. Wirklich nicht. Ich realisiere erst so langsam, dass ICH da gewonnen habe. Ich habe immer noch einen hohen Puls, wenn ich mir diesen Moment anschaue, den Lauf und dann über die Ziellinie, generell die letzte Runde, dass ich es irgendwie geschafft habe, das Taktische aus den ganzen letzten Jahren anzuwenden und in den Lauf zu packen. Danach hatten wir dann sofort die Siegerehrung und mir sind auf dem Podium die Beine eingeknickt (lacht). Das war nicht so schön.

Frage:   Gab es einen Zeitpunkt, von dem an du gemerkt hast, dass du Gold holen kannst?

Willy:   Es waren wieder drei Läufe. Den ersten habe ich mehr oder weniger verloren, also wirklich verloren. Ich kam von hinten, mein Gegner ist vorne angefahren und ich bin hinten mitgefahren und war dann leicht im Windschatten. Die Lücke war aber schon zu groß und ich habe sie nicht mehr schließen können. Er war mir wirklich überlegen in dem Moment. Da habe ich schon fast damit abgeschlossen. Allerdings habe ich dann aus Spaß gesagt, ich kann sagen, ich hatte viel Motivation, dass ich einen „Bauernsprint“ fahre. Das heißt, man fährt relativ früh los und dann eine ganze Runde voll Anschlag. Wie bereits gesagt bin ich von den 800Metern 600m Anschlag gefahren, so dass mein Konkurrent hinter mir auch voll fahren musste. Ich hatte ein relativ gutes Durchhaltevermögen und er konnte das Loch nicht mehr zufahren und war dann „grau“. Ich denke, im Endeffekt war es dieser zweite Lauf, der uns beiden ziemlich viel Kraft gekostet hat. Dann kam es auf die Regeneration an. Ich habe den Lauf noch relativ gut verkraftet, aber ihm ging es nicht mehr so gut. Aber er ist ein richtig netter Typ, er kommt aus Polen. Man sieht sich bestimmt bei anderen Wettkämpfen wieder. Dann kam der letzte Lauf, wir waren beide so k.o. und es hieß einfach nur noch, wer kann sich besser quälen. Wir haben uns beide gequält und am Ende ist es für mich gut ausgegangen. Das war unfassbar, dieser Moment.

Frage:   Welches Gefühl kam als erstes hoch, als du gewonnen und später dann die Goldmedaille in der Hand gehalten hast?

Willy:   Ich konnte es zu dem Zeitpunkt wirklich noch nicht fassen, dass ich gewonnen hatte. Man realisiert es erst so langsam im Nachhinein, aber es dauert immer noch an. Das geht dann los, wenn man ein paar Interviews hat. Da merkt man, dass man wirklich etwas gewonnen hat und strengt sich für das nächste Jahr wieder an. Ich möchte meinen Titel verteidigen, denn ich bin noch ein Jahr in der Altersklasse.

Frage:   Wer sind deine größten Unterstützer?

Willy:   Mein größter Unterstützer ist auf jeden Fall mein Trainer, Sascha Jäger. Ich lege viel Wert darauf, dass der Trainer den Ton angibt. Eine gute Trainer-Sportler-Beziehung ist wichtig, ansonsten verliert man auch den Spaß. Natürlich ist es auch wichtig, zu Hause eine starke Rückhand zu haben, in Zeiten von Corona braucht man das besonders. Ich hatte gute Möglichkeiten zu Hause. Ich hatte mein Rad und bin auch mit meinen Eltern gefahren oder mal hinter dem Auto her. Das hat alles super geklappt und ich denke mal, dadurch, dass ich das Training durchgezogen habe, konnte ich auch vieles erhalten, was ich vorher gelernt hatte. Es war auch eine harte Zeit. Die Motivation kommt mehr oder weniger durch andere Leute und ich finde das Training in einer Gruppe ziemlich wichtig. Alleine schafft man das nicht. Ich habe letztes Jahr das Glück gehabt, dass Julien Jäger, ebenfalls ein Europameister, bei mir in der Trainingsgruppe war. Wir waren ein gut eingespieltes Team. Er ist bei der Bundespolizei, aber er kommt jetzt im Januar wieder und dann können wir hoffentlich zusammen trainieren, dass fand ich damals sehr wichtig.

Frage:   Woher nimmst du die Energie, um so hart zu arbeiten?

Willy:   Ich setze mir kurzfristige Ziele, die ich erreichen möchte und hinter denen ich auch stehe. Ich kann von mir selber sagen, dass ich ziemlich ehrgeizig bin.

Frage:   Was sind deine nächsten Ziele?

Willy:   Es wurde schon wieder vieles geplant. Ich soll auch zu einem GA-Lehrgang fahren und es stehen im kommenden Jahr wieder die Junioren-Weltmeisterschaften und die Junioren-Europameisterschaften an. Dieses Jahr ist die WM ausgefallen, nächstes Jahr soll sie dann in Kairo stattfinden. Das ist das große Ziel, da mitzufahren und eventuell auch auf das Podium zu kommen. 

Frage:   Fühlt es sich besonders an, bei einer EM teilgenommen und auch noch gewonnen zu haben?

Willy:   Mir hätte das Erlebnis, einfach dort dabei gewesen zu sein, gereicht. Das ist etwas ganz, ganz anderes. Man kann es einfach nicht in Worte fassen. Du stehst mehr oder weniger im Mittelpunkt, versuchst die beste Leistung zu bringen, alles richtig zu machen und dann hoffst du einfach, dass es gut wird. Es hat geklappt.

Es ist etwas Besonderes.

Ja, natürlich, aber ich versuche, damit nicht so hausieren zu gehen. Ich behalte das lieber für mich, es muss auch nicht jeder wissen. Ich bin eher so, dass ich darauf hin trainiere und es das nächste Mal wieder versuche. Wenn jemand etwas darüber wissen möchte, erzähl ich ihm das gerne, aber für mich kommt es immer darauf an, dass alle an einem Strang ziehen und mit dabei sind.

Frage:   Kannst du uns zum Abschluss noch einmal sagen, was dich als Sportler auszeichnet bzw. wo deine Stärken liegen?

Willy:   Ich würde sagen, dass ich schon viel über meinen Ehrgeiz erreiche und zielstrebig bin. Letzten Endes mache ich auch viel über den Kopf. Das musste ich erst lernen, denn anfangs habe ich noch gedacht, dass ich in dieser Sache nicht so extrem bin. Aber vor dem Lauf habe ich mir bestimmt schon 2-3 Monate lang Gedanken gemacht. Dann lief es zwischenzeitlich echt gut und ich war zufrieden, denn ich bin neue Bestzeiten und hier in Deutschland für meine Verhältnisse sehr gut gefahren. Da war ich dann einfach happy und dachte mir, das kann was werden.

Und das wurde es dann auch. Wir wünschen dir für alle deine weiteren Ziele viel Erfolg und drücken dir die Daumen. Natürlich sind wir gespannt, welche Titel du dir zukünftig noch holen wirst, vielleicht sehen wir dich nächstes Jahr schon als Weltmeister zu einem Interview wieder./ab

Das Interview für die Homepage führte Anna Bretschneider.

Felician und Rosa sind beste Vorleser 2020

Alljährlich am dritten Freitag im November findet deutschlandweit der Vorlesetag statt, der an unserer Schule traditionell mit dem Vorlesewettbewerb der fünften und sechsten Klassen gekoppelt ist. An diesem Freitag haben wieder mehr als 500 000 Vorleser Geschichten für Kinder und Jugendliche vorgetragen, in diesem Jahr vorwiegend digital. Am Sportgymnasium konnte mit entsprechenden Abstandsregelungen direkt vor den jüngeren Schülern vorgelesen werden. Zum 17. Mal fand dieser Tag republikweit statt. Neben Lehrern, Frau Henkel-Ernst, Frau Teichmann, Frau Tuchscheerer, einem Referendar, Herrn Belitz, trugen auch zwei Schüler zum Gelingen dieser Veranstaltung bei. Henriette Freyer und der Sieger des Vorlesewettbewerbs des Vorjahres, Friedrich Schnitter, kramten ihre Lieblingsbücher aus dem Bücherschrank hervor, um sie den Schülern der fünften und sechsten Klassen vorzustellen.

Im Anschluss traten dann die besten Vorleser der Klassenstufe 5 und 6 gegeneinander an. Nach einem vorbereiteten Text aus einem selbst gewählten Buch musste noch ein fremder Text unvorbereitet vorgetragen werden. Hierbei handelte es sich um einen Ausschnitt aus dem Buch “Rico, Oskar und die Tieferschatten” von Andreas Steinhöfel. Die Vielfalt der vorbereiteten Texte beeindruckte die Jury, welche aus Schülern und Lehrern bestand. “Sommer in Sommerby” von Kirsten Boie, die bekannte “Weihnachtsgeschichte” von Charles Dickens, “Als der Wolf den Wald verließ” von Rosanne Parry oder auch “Bitte nicht öffnen” von Charlotte Habersack standen unter anderem auf dem Leseplan.

In der Klassenstufe 5 konnte sich am Ende Rosa Anhalt durchsetzen und wurde so beste Vorleserin der fünften Klassen 2020.

In der Klassenstufe 6 überzeugte Felician Mau am meisten und wird als bester Vorleser der sechsten Klassen 2020 unsere Schule beim Erfurter Stadtausscheid im Frühjahr 2021 vertreten./am

Sportsplitter vom 08.11. 2020

Leichtathletik

Auch in wettkampffreien Zeiten tut sich etwas in der Leichtathletik. So werden am Ende einer Saison die Bundeskader für das kommende Jahr berufen. Auch einige unserer Sportschüler wurden dabei berücksichtigt.

Jedes Jahr im Oktober/November erfolgt vom DLV die Kadernominierung für die kommende Saison. Dabei fließen die erbrachten Ergebnisse der abgelaufenen Wettkampfzeit ein. Auch wenn es aufgrund der Pandemie nur eine verkürzte Saison gab, so werden mit der Nominierung zum Bundeskader die gezeigten Leistungen gewürdigt.

Die Top-Athleten bei den Erwachsenen werden in den Olympiakader aufgenommen, in Thüringen ist das der Jenaer Olympiasieger im Speerwerfen Thomas Röhler. Gefördert werden auch die Perspektivkader, zu denen sechs Thüringer Athleten gehören, darunter die ehemaligen Sportschüler Reus, Wagner, Brandner/Sprint sowie Junghannß und Hilbert/Gehen.

Der Nachwuchskader 1 U23 würdigt Athleten im Anschlussbereich, hier sind vier Thüringer Sportler nominiert, u.a. unsere Abiturienten des vergangenen Jahres Tobias Rex und Lena Posniak/Mittelstrecke.

Athleten des Bereiches U20 und U18 werden in die Nachwuchskaderkategorie 1 und 2 berufen.

Nachwuchskader 1 aus unserer Sportschule ist für die kommende Saison der deutsche 3000m- Meister der U18 Robin Müller/Langstrecke, in den Nachwuchskader 2 wurden aufgenommen Benedikt Wallstein/Weitsprung, Valentin Brenner/Dreisprung, Emma Herwig/Mittelstrecke und Ada Junghannß/Gehen./am