Während der internationale Eisschnelllaufzirkus der Erwachsenen letzte Woche pausierte, wurden am vergangenen Wochenende die Deutschen Meister der A- und B-Junioren in Erfurt ermittelt. Der Wettkampf, der sich über drei Tage erstreckte, hatte neben dem klassischen Vierkampf auch die Teamwettbewerbe Team Pursuit und Team Sprint sowie den Massenstart im Programm.
Im Mehrkampf der A-Junioren sicherte sich Jeremias Marx (A1) mit einem knappen Vorsprung den Titel. Vor allem seine beherzte Leistung über die 500m (37,13 PB) legte den Grundstein für den Sieg. Unser Sprinter Christoph Müller (A2) konnte die Einzelentscheidungen über 500m (36,97) und 1000m (1.13,26) für sich entscheiden. Erstmals brach er damit auch in Erfurt die 37s-Barierre. Die ungeliebten längeren Strecken, die ein Mehrkampf mit sich bringt, schloss er mit couragierten Leistungen ab (PB über 3000m und im Mehrkampf) und ordnete sich im Gesamtklassement auf dem 4. Platz ein.
Sowohl Christoph Müller als auch Jeremias Marx konnten sich durch ihre Leistungen im Rahmen der Deutschen Meisterschaften für das Junioren-WM-Team empfehlen. Die internationalen Titelkämpfe, die gleichzeitig den Schlusspunkt für diese Saison setzen, finden am 12./13. März im chinesischen Changchun statt.
Bei den A-Juniorinnen verpasste Sylvie Zehmisch (A2) die Qualifikation dafür denkbar knapp. Sie musste, trotz zweier dritten Plätze auf den Einzelstrecken, in der Endabrechnung mit Rang vier Vorlieb nehmen. Der Rückstand zur Bronzemedaille im Mehrkampf betrug nur 0,22 Punkte. Lydia Reinländer (A1) erreichte in der Mehrkampfwertung Platz fünf. Deutsche Meisterin wurde Pia-Marie Powik (Berlin).
Die B-Junioren, die über ein weitaus größeres Starterfeld verfügten, absolvierten den gleichen Vierkampf. Nils Behlau (B2), nach dem ersten Tag noch mit Chancen auf den Titel, musste in der Gesamtwertung nur Paul Galczinsky (Frankfurt) den Vortritt lassen. Tim Hertel (B2) krönte seine starke Saison mit einer Bestzeit über die 3000m (4.16,60) und einem beachtlichen 6. Platz im Mehrkampf. Vor Jahresfrist war seine Mehrkampfbestmarke noch um 8 Zähler höher.
Die Starter der jüngeren Altersklasse ließen vor allem durch Yannic Hecker (B1) überzeugen. Er präsentierte sich in starker Form und konnte über die 1500m (2.02,71) und 3000m (4.21,19) persönliche Bestleistungen erzielen (Mehrkampf: 10.). Eric Adler (B1) kam in seiner erst zweiten Saison beim Eisschnelllauf und der ersten Teilnahme an Deutschen Meisterschaften auf einen bemerkenswerten 13. Platz. Ein Sturz während der 500m verhinderten eine bessere Platzierung für Maximilian Haake (B1, 16.)
Christl Anders und Joelle Günther (beide B1) kamen als Starter der jüngeren Alterklasse bei den B-Juniorinnen auf die Plätze acht und zehn.
Den Team Sprint der Männer konnte unsere Mannschaft in der Besetzung Müller, Marx, Behlau für sich entscheiden. Im Team Pursuit überquerte die Mannschaft in gleicher Besetzung als zweiter die Ziellinie. Das zweite ESC-Team (Hecker, Hertel, Haake) landete auf Rang vier.
Im Massenlauf waren es wieder einmal Jeremias Marx und Christoph Müller, die für Erfurter Edelmetall sorgten (Silber und Bronze).
Das Erfurter Frauenteam (Zehmisch, Anders, Reinländer) gewann bei dezimiertem Starterfeld in beiden Wettbewerben jeweils die Silbermedaille hinter Berlin.
Sylvie Zehmisch verpasste den Sieg im Massenlauf denkbar knapp (+0,09s).
Während es für Christoph Müller und Jeremias Marx in zwei Wochen bei der JWM um die internationale Einordnung geht, beenden die anderen Athleten ihre Saison beim dritten Deutschen Juniorencup in Erfurt (12./13. März).