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Ein besonnenes und erfolgreiches neues Jahr 2021

Mit Weitsicht ins neue Jahr, 2021, blicken, das wünschen wir allen Lehrern, Schülern, Erziehern und technischen Kräften. Bleiben Sie/bleibt gesund, bewahren Sie sich/bewahrt euch einen optimistischen Blick und lassen Sie/lasst uns gemeinsam die Herausforderungen des kommenden Jahres erfolgreich meistern.

Weihnachtswünsche

Mit dem folgenden Gedicht von Joseph von Eichendorff wünschen wir allen Mitgliedern unseres Schulkollektivs, allen Schülern, Lehrern, Erziehern und technischen Kräften, eine besinnliche und gesunde Weihnachtszeit.

Markt und Straßen stehn verlassen,
Still erleuchtet jedes Haus,
Sinnend geh’ ich durch die Gassen,
Alles sieht so festlich aus.

An den Fenstern haben Frauen
Buntes Spielzeug fromm geschmückt,
Tausend Kindlein stehn und schauen,
Sind so wunderstill beglückt.

Und ich wandre aus den Mauern
Bis hinaus in’s freie Feld,
Hehres Glänzen, heil’ges Schauern!
Wie so weit und still die Welt!

Sterne hoch die Kreise schlingen,
Aus des Schneees Einsamkeit
Steigt’s wie wunderbares Singen –
O du gnadenreiche Zeit!

(Joseph von Eichendorff)

Leichtathletik/13.12. 2020

Während der Lockdown ab 16.12. nun Gewissheit ist, schauen wir auf eine verkürzte Leichtathletiksaison zurück, die anders abgelaufen ist als in den letzten Jahren.

Trotz allem haben auch unsere Sportschüler in der Leichtathletik alles versucht, um sich weiterzuentwickeln.

Inwiefern das gelungen ist, darüber geben die deutschen Bestenlisten Auskunft, die alljährlich im Dezember veröffentlicht werden.

An dieser Stelle dokumentieren wir die Platzierungen 1 – 30 in den einzelnen Altersklassen und freuen uns über 16 Top-10-Platzierungen.

AK 14 weiblich

 4.    Caroline Freitag                Weitsprung                  5,43m

 5.    Hanna Räpple                    100m                        12,65s

15.    Hanna Räpple                    Weitsprung                  5,29m

30.    Caroline Freitag                 80m Hürden               12,59s

AK 14 männlich

  4.   Thilo Wolff                         Hochsprung               1,79m

21.    Thilo Wolff                         Weitsprung                5,81m

21.    Karl Geburek                     800m                        2:11,27 min

AK 15 weiblich

  3.   Verena Wesser                   Hammerwerfen          52,16m                    

15.    Carolin Adler                      Dreisprung                 10,82m

17.    Verena Wesser                   Diskuswerfen             32,37m

21.    Emma Herwig                    800m                        2:19,31 min

AK 15 männlich

1.     Benedikt Wallstein              Weitsprung                6,78m

2.     Benedikt Wallstein              80m Hürden               10,87s

7.     Benedikt Wallstein              100m                        11,36s

16.    Thilo Wolff                         Hochsprung               1,79m

25.    Ben Frerichs                      3000m                      9:57,44 min

AK U18 weiblich

  6.   Marie Herre                        Dreisprung                 12,12m

16.    Eileen Seebon                    3000m                      10:11,85 min

18.    Verena Wesser                   Hammerwerfen         52,16m

19.    Cora Blaue                        3000m                      10:13,50 min

23.    Eileen Seebon                    1500m                      4:43,03 min

29.    Emma Neuert                    Diskuswerfen             35,74m

AK U18 männlich

  1.   Robin Müller                       10km Straßenlauf       32:26 min

  4.   Robin Müller                       3000m                      8:45,20 min

  5.   Robin Müller                       1500m                      3:59,24 min

  5.   Robin Müller                       2000m Hindernis    6:19,30 min

  9.   Hannes Hahn                     400m Hürden             56,11s

13.    Benedikt Wallstein           Weitsprung                6,78m

14.    Valentin Brenner              Dreisprung                 13,52m

15.    Cedric Spieß                      Hochsprung               1,91m

17.    Floyd Mewes                      Dreisprung                 13,40m

28.    Tom Flöter                         Hammerwerfen          45,22m

AK U20 weiblich

10.    Marie Herre                        Dreisprung                 12,12m

21.    Anastasia Tronicek            2000m Hindernis         7:16,22 min

AK U20 männlich

  3.   Moritz Schmidt                   10000m Bahngehen    52:06,62 min

  5.   Robin Müller                       10km Straßenlauf       32:26 min

13.    Robin Müller                       3000m                      8:45,20 min

16.    Robin Müller                       1500m                      3:59,24 min

17.    Robin Müller                       2000m Hindernis         6:19,30 min

29.    Valentin Brenner                 Dreisprung                 13,52m/am

„Gefragt – Geantwortet” – Besondere Leistungen unserer Sportschüler

Ein Erlebnis, wie kein anderes – Willy Weinrich holt Gold bei der Europameisterschaft

Willy Weinrich, 16 Jahre jung und schon Europameister. Die meisten an unserer Schule träumen noch davon, für ihn ist der Traum wahr geworden. Bis letztes Jahr ist er nationale Wettkämpfe gefahren, jetzt ging es zum ersten Mal international los und der Erfolg hat nicht lange auf sich warten lassen. Bei der Junioren-Europameisterschaft in Fiorenzuola d`Arda gewann Willy zwei Goldmedaillen, eine im Sprint, die andere im Teamsprint. Der 3.Platz im Zeitfahren rundete seinen Erfolg dann noch ab. Eine wirklich besondere Leistung von einem unserer Sportschüler, der in einem Interview auch gerne seine Erfahrungen mit uns geteilt hat.

Frage:   Wie bist du zum Radsport gekommen?

Willy:   Ich bin durch meine Kindergärtnerin zum Radsport gekommen. Wir sind zu Hause im Kindergarten ein kleines Rennen um einen Parkplatz gefahren und dort bin ich dann von einem Trainer angesprochen worden.

Frage:   Warum brennst du ausgerechnet für den Radsport? Die Sportart gehört ja mit zu den härtesten, die es gibt.

Willy:   Naja, man überlegt schon, warum man das machen will, aber mir macht es Spaß, auf dem Rad zu sitzen und zu fahren. Es gibt bei uns den Kurzzeitbereich und den Ausdauerbereich. Im Kurzzeitbereich bist du nicht so oft auf dem Rad. Zurzeit fahre ich gar nicht mehr draußen. Wir sind Schönwetterfahrer, sag ich immer so (lacht). Im Sommer fahren wir ab und zu mal raus und sind draußen auf der Bahn. Gerade sind wir oft im Kraftraum, dreimal in der Woche mittlerweile. Es ist einfach eine schöne Abwechslung drin. Du setzt dich mal aufs Rad, du gehst viel in den Kraftraum, jetzt im Winter fährt man auf dem Ergometer und im Sommer trainieren wir wieder auf der Bahn, also es ist nicht immer so monoton, dass man die ganze Zeit auf dem Rad sitzt. Das könnte ich dann auch nicht (lacht).

Frage:   Hast du Rituale vor Wettkämpfen bzw. Glücksbringer?

Willy:   Bestimmte Rituale habe ich jetzt nicht, aber so ein kleines Ritual ist mehr oder weniger mein Espresso vor einem Wettkampf, dann läuft es gut. Den Espresso habe ich in Italien auch bekommen.

Frage:   Eine Europameisterschaft ist für jemanden in unserem Altersbereich schon ein richtig großes Ding. Hast du dich da anders vorbereitet als vor einem „normalen“ Wettkampf?

Willy:   Naja, man muss sagen, dass wir uns auf die Europameisterschaft das ganze Jahr lang vorbereitet haben. Es war ja der Höhepunkt, bzw. der eigentliche Höhepunkt sollte die Junioren-Weltmeisterschaft sein, aber diese ist ausgefallen und deshalb haben wir dann den Fokus auf die EM gelegt. Ich bin davor vier oder fünf Wochen lang nicht in der Schule gewesen, denn wir waren zur Vorbereitung eine Woche in Cottbus, eine Woche in Frankfurt/Oder, dann wieder in Cottbus und danach sind wir an einem Samstag mit einer Zwischenübernachtung nach Fiorenzuola d`Arda gefahren. Dort hatten wir eine halbe Woche zur Vorbereitung und Bahngewöhnung. Am Donnerstag ging es dann für mich los und am Tag davor, am Mittwoch, hatten wir Vorbelastung. Da fährt man nochmal seine Intensitäten, damit man ins Laktat kommt und am nächsten Tag so schnell wie möglich ist. Um unsere Rennräder mussten wir uns nicht kümmern, das war entspannt, sonst müssen wir die immer selber umbauen. Wir hatten drei Mechaniker dabei, die sich gekümmert haben. Bei der Vorbelastung hat man natürlich auch nochmal geschaut, dass das Rad vernünftig läuft und am nächsten Morgen, ob alles passt.

Frage:    Wie bist du an die EM rangegangen? Hattest du hohe Erwartungen oder großen Druck?

Willy:   Ich kann mich daran erinnern, bzw. mein Trainer erinnert mich immer wieder daran (lacht), dass ich ihm ein bisschen auf die Nerven gegangen bin, weil meine Leistungen die zwei Wochen davor mehr oder weniger noch nicht da waren, wo ich sie mir gewünscht hätte. Man trainiert ja wirklich darauf hin, dass man zum Höhepunkt topfit ist. Das muss ich auch noch lernen, aber da hat wirklich alles gepasst. Ich bin mehr so der Kopfmensch und mache mir manchmal ziemlich viele Gedanken vor Wettkämpfen, aber ich muss sagen, dass ich entspannt an die EM rangegangen bin. Ich war da und hatte noch nicht so das Gefühl, jetzt geht es wirklich los. Als wir uns am Abend vor dem ersten Rennen  ins Bett gelegt haben, haben wir noch gelacht und darüber geredet, dass wir morgen Teamsprint fahren und etwas erreichen wollen. Erst früh im Bett habe ich dann die Aufregung gemerkt und gedacht, dass ich jetzt fahren und erstmal abliefern muss. Ich kenne es nicht so, dass ich davor die Tage schon richtig aufgeregt bin. Das kommt bei mir immer erst direkt am Wettkampftag. Da merke ich es dann.

Frage:   Inwiefern unterscheidet sich die Atmosphäre bei einer Europameisterschaft von der bei einem „normalen“ Wettkampf?

Willy:  Das ist etwas ganz anderes, auch vom Feeling her. Man kann sich das nicht vorstellen. Alle Betreuer, die dabei waren, haben sich um dich gekümmert. Man hat so vieles bekommen, du musstest einfach nur sagen, was du brauchst. Dir wurde alles zugeliefert. Du kannst da wirklich Wünsche äußern, so war es bei uns zumindest. Ja, das war cool. Es ist halt ziemlich groß aufgezogen worden. Sonst ist es immer so, dass der Trainer sich um zwanzig Sportler kümmern muss und dort waren auch schon mal drei Trainer für zwei Sportler da. Wir hatten auch eine Physiotherapeutin dabei, die sich um uns gekümmert hat. National ist das ganz anders, man muss sich um alles selbst kümmern und dort wurde man dann gefragt, ob man genug getrunken hat oder es wurde einem gesagt, dass man eine Banane oder einen Riegel essen solle. Es wurde einem fast reingezwungen (lacht). Du musstest nur Leistung bringen und um den Rest haben sich die Betreuer gekümmert. Wir haben uns gegenseitig angefeuert und hochgepusht. Dann funktioniert das auch, es hat Spaß gemacht und ist etwas ganz anderes.

Frage:   Und kamst du auch in Kontakt mit Sportlern aus anderen Ländern?

Willy:   So viel haben wir gar nicht zusammen gemacht. Bei uns in Deutschland ist es so, dass alles in der Halle abläuft und man sich drinnen vorbereitet. Dort war es so, dass wir uns wegen Corona draußen vorbereitet haben und Masken tragen mussten. Außerdem ist im Wettkampf jeder auf sich fokussiert und die anderen Athleten waren, wenn sie keinen Wettkampf hatten, dann auch nicht anwesend. Also, Kommunikation ist da gewesen, aber es war nicht so viel. Beim Wettkampf oder nach dem Wettkampf hat man immer mal miteinander geredet. Wegen Corona hat man aber auch aufgepasst. Wir mussten auch Corona-Tests machen.

Frage:   Gibt es einen Moment der Europameisterschaft, den du ganz besonders in Erinnerung hast?

Willy:   (lacht) Ja, auf alle Fälle. Der Moment ist aus dem letzten Sprintlauf von mir. Wir sind 10 Minuten vorher schon einen Lauf gefahren. Die Bahn ist 400m lang und ein Lauf geht über zwei Runden, das heißt insgesamt waren es 800m und 600m davon bin ich voll ins Laktat gefahren. Ich lag dann erstmal und musste Luft holen. Im letzten Lauf sind wir langsam angefahren, ein Rennen ist sehr taktisch, man kann nicht zwei Runden voll fahren. In dem Moment wusste ich nicht so genau, was ich da gerade mache. Mein Gegner, ein Pole, war mir ein bisschen überlegen, aber schon ein bisschen „grau“. Taktisch habe ich es dann ganz gut gemacht. Ich habe versucht, ihn über mir zu halten. Wenn man vorne ist, ist man besser dran, weil man mehr Geschwindigkeit hat. Dann habe ich gemerkt, dass ich aktiver werden müsste. Er war ein wenig schneller als ich, aber weil er den längeren Weg hatte, hat mir das am Ende den Sieg gebracht. Damit habe ich nie gerechnet. Ich bin jetzt im jungen Jahr der Altersklasse U19, da ist es eigentlich verboten, dass du gewinnst (lacht). Ich habe nie damit gerechnet. Wirklich nicht. Ich realisiere erst so langsam, dass ICH da gewonnen habe. Ich habe immer noch einen hohen Puls, wenn ich mir diesen Moment anschaue, den Lauf und dann über die Ziellinie, generell die letzte Runde, dass ich es irgendwie geschafft habe, das Taktische aus den ganzen letzten Jahren anzuwenden und in den Lauf zu packen. Danach hatten wir dann sofort die Siegerehrung und mir sind auf dem Podium die Beine eingeknickt (lacht). Das war nicht so schön.

Frage:   Gab es einen Zeitpunkt, von dem an du gemerkt hast, dass du Gold holen kannst?

Willy:   Es waren wieder drei Läufe. Den ersten habe ich mehr oder weniger verloren, also wirklich verloren. Ich kam von hinten, mein Gegner ist vorne angefahren und ich bin hinten mitgefahren und war dann leicht im Windschatten. Die Lücke war aber schon zu groß und ich habe sie nicht mehr schließen können. Er war mir wirklich überlegen in dem Moment. Da habe ich schon fast damit abgeschlossen. Allerdings habe ich dann aus Spaß gesagt, ich kann sagen, ich hatte viel Motivation, dass ich einen „Bauernsprint“ fahre. Das heißt, man fährt relativ früh los und dann eine ganze Runde voll Anschlag. Wie bereits gesagt bin ich von den 800Metern 600m Anschlag gefahren, so dass mein Konkurrent hinter mir auch voll fahren musste. Ich hatte ein relativ gutes Durchhaltevermögen und er konnte das Loch nicht mehr zufahren und war dann „grau“. Ich denke, im Endeffekt war es dieser zweite Lauf, der uns beiden ziemlich viel Kraft gekostet hat. Dann kam es auf die Regeneration an. Ich habe den Lauf noch relativ gut verkraftet, aber ihm ging es nicht mehr so gut. Aber er ist ein richtig netter Typ, er kommt aus Polen. Man sieht sich bestimmt bei anderen Wettkämpfen wieder. Dann kam der letzte Lauf, wir waren beide so k.o. und es hieß einfach nur noch, wer kann sich besser quälen. Wir haben uns beide gequält und am Ende ist es für mich gut ausgegangen. Das war unfassbar, dieser Moment.

Frage:   Welches Gefühl kam als erstes hoch, als du gewonnen und später dann die Goldmedaille in der Hand gehalten hast?

Willy:   Ich konnte es zu dem Zeitpunkt wirklich noch nicht fassen, dass ich gewonnen hatte. Man realisiert es erst so langsam im Nachhinein, aber es dauert immer noch an. Das geht dann los, wenn man ein paar Interviews hat. Da merkt man, dass man wirklich etwas gewonnen hat und strengt sich für das nächste Jahr wieder an. Ich möchte meinen Titel verteidigen, denn ich bin noch ein Jahr in der Altersklasse.

Frage:   Wer sind deine größten Unterstützer?

Willy:   Mein größter Unterstützer ist auf jeden Fall mein Trainer, Sascha Jäger. Ich lege viel Wert darauf, dass der Trainer den Ton angibt. Eine gute Trainer-Sportler-Beziehung ist wichtig, ansonsten verliert man auch den Spaß. Natürlich ist es auch wichtig, zu Hause eine starke Rückhand zu haben, in Zeiten von Corona braucht man das besonders. Ich hatte gute Möglichkeiten zu Hause. Ich hatte mein Rad und bin auch mit meinen Eltern gefahren oder mal hinter dem Auto her. Das hat alles super geklappt und ich denke mal, dadurch, dass ich das Training durchgezogen habe, konnte ich auch vieles erhalten, was ich vorher gelernt hatte. Es war auch eine harte Zeit. Die Motivation kommt mehr oder weniger durch andere Leute und ich finde das Training in einer Gruppe ziemlich wichtig. Alleine schafft man das nicht. Ich habe letztes Jahr das Glück gehabt, dass Julien Jäger, ebenfalls ein Europameister, bei mir in der Trainingsgruppe war. Wir waren ein gut eingespieltes Team. Er ist bei der Bundespolizei, aber er kommt jetzt im Januar wieder und dann können wir hoffentlich zusammen trainieren, dass fand ich damals sehr wichtig.

Frage:   Woher nimmst du die Energie, um so hart zu arbeiten?

Willy:   Ich setze mir kurzfristige Ziele, die ich erreichen möchte und hinter denen ich auch stehe. Ich kann von mir selber sagen, dass ich ziemlich ehrgeizig bin.

Frage:   Was sind deine nächsten Ziele?

Willy:   Es wurde schon wieder vieles geplant. Ich soll auch zu einem GA-Lehrgang fahren und es stehen im kommenden Jahr wieder die Junioren-Weltmeisterschaften und die Junioren-Europameisterschaften an. Dieses Jahr ist die WM ausgefallen, nächstes Jahr soll sie dann in Kairo stattfinden. Das ist das große Ziel, da mitzufahren und eventuell auch auf das Podium zu kommen. 

Frage:   Fühlt es sich besonders an, bei einer EM teilgenommen und auch noch gewonnen zu haben?

Willy:   Mir hätte das Erlebnis, einfach dort dabei gewesen zu sein, gereicht. Das ist etwas ganz, ganz anderes. Man kann es einfach nicht in Worte fassen. Du stehst mehr oder weniger im Mittelpunkt, versuchst die beste Leistung zu bringen, alles richtig zu machen und dann hoffst du einfach, dass es gut wird. Es hat geklappt.

Es ist etwas Besonderes.

Ja, natürlich, aber ich versuche, damit nicht so hausieren zu gehen. Ich behalte das lieber für mich, es muss auch nicht jeder wissen. Ich bin eher so, dass ich darauf hin trainiere und es das nächste Mal wieder versuche. Wenn jemand etwas darüber wissen möchte, erzähl ich ihm das gerne, aber für mich kommt es immer darauf an, dass alle an einem Strang ziehen und mit dabei sind.

Frage:   Kannst du uns zum Abschluss noch einmal sagen, was dich als Sportler auszeichnet bzw. wo deine Stärken liegen?

Willy:   Ich würde sagen, dass ich schon viel über meinen Ehrgeiz erreiche und zielstrebig bin. Letzten Endes mache ich auch viel über den Kopf. Das musste ich erst lernen, denn anfangs habe ich noch gedacht, dass ich in dieser Sache nicht so extrem bin. Aber vor dem Lauf habe ich mir bestimmt schon 2-3 Monate lang Gedanken gemacht. Dann lief es zwischenzeitlich echt gut und ich war zufrieden, denn ich bin neue Bestzeiten und hier in Deutschland für meine Verhältnisse sehr gut gefahren. Da war ich dann einfach happy und dachte mir, das kann was werden.

Und das wurde es dann auch. Wir wünschen dir für alle deine weiteren Ziele viel Erfolg und drücken dir die Daumen. Natürlich sind wir gespannt, welche Titel du dir zukünftig noch holen wirst, vielleicht sehen wir dich nächstes Jahr schon als Weltmeister zu einem Interview wieder./ab

Das Interview für die Homepage führte Anna Bretschneider.

Felician und Rosa sind beste Vorleser 2020

Alljährlich am dritten Freitag im November findet deutschlandweit der Vorlesetag statt, der an unserer Schule traditionell mit dem Vorlesewettbewerb der fünften und sechsten Klassen gekoppelt ist. An diesem Freitag haben wieder mehr als 500 000 Vorleser Geschichten für Kinder und Jugendliche vorgetragen, in diesem Jahr vorwiegend digital. Am Sportgymnasium konnte mit entsprechenden Abstandsregelungen direkt vor den jüngeren Schülern vorgelesen werden. Zum 17. Mal fand dieser Tag republikweit statt. Neben Lehrern, Frau Henkel-Ernst, Frau Teichmann, Frau Tuchscheerer, einem Referendar, Herrn Belitz, trugen auch zwei Schüler zum Gelingen dieser Veranstaltung bei. Henriette Freyer und der Sieger des Vorlesewettbewerbs des Vorjahres, Friedrich Schnitter, kramten ihre Lieblingsbücher aus dem Bücherschrank hervor, um sie den Schülern der fünften und sechsten Klassen vorzustellen.

Im Anschluss traten dann die besten Vorleser der Klassenstufe 5 und 6 gegeneinander an. Nach einem vorbereiteten Text aus einem selbst gewählten Buch musste noch ein fremder Text unvorbereitet vorgetragen werden. Hierbei handelte es sich um einen Ausschnitt aus dem Buch “Rico, Oskar und die Tieferschatten” von Andreas Steinhöfel. Die Vielfalt der vorbereiteten Texte beeindruckte die Jury, welche aus Schülern und Lehrern bestand. “Sommer in Sommerby” von Kirsten Boie, die bekannte “Weihnachtsgeschichte” von Charles Dickens, “Als der Wolf den Wald verließ” von Rosanne Parry oder auch “Bitte nicht öffnen” von Charlotte Habersack standen unter anderem auf dem Leseplan.

In der Klassenstufe 5 konnte sich am Ende Rosa Anhalt durchsetzen und wurde so beste Vorleserin der fünften Klassen 2020.

In der Klassenstufe 6 überzeugte Felician Mau am meisten und wird als bester Vorleser der sechsten Klassen 2020 unsere Schule beim Erfurter Stadtausscheid im Frühjahr 2021 vertreten./am

Sportsplitter vom 08.11. 2020

Leichtathletik

Auch in wettkampffreien Zeiten tut sich etwas in der Leichtathletik. So werden am Ende einer Saison die Bundeskader für das kommende Jahr berufen. Auch einige unserer Sportschüler wurden dabei berücksichtigt.

Jedes Jahr im Oktober/November erfolgt vom DLV die Kadernominierung für die kommende Saison. Dabei fließen die erbrachten Ergebnisse der abgelaufenen Wettkampfzeit ein. Auch wenn es aufgrund der Pandemie nur eine verkürzte Saison gab, so werden mit der Nominierung zum Bundeskader die gezeigten Leistungen gewürdigt.

Die Top-Athleten bei den Erwachsenen werden in den Olympiakader aufgenommen, in Thüringen ist das der Jenaer Olympiasieger im Speerwerfen Thomas Röhler. Gefördert werden auch die Perspektivkader, zu denen sechs Thüringer Athleten gehören, darunter die ehemaligen Sportschüler Reus, Wagner, Brandner/Sprint sowie Junghannß und Hilbert/Gehen.

Der Nachwuchskader 1 U23 würdigt Athleten im Anschlussbereich, hier sind vier Thüringer Sportler nominiert, u.a. unsere Abiturienten des vergangenen Jahres Tobias Rex und Lena Posniak/Mittelstrecke.

Athleten des Bereiches U20 und U18 werden in die Nachwuchskaderkategorie 1 und 2 berufen.

Nachwuchskader 1 aus unserer Sportschule ist für die kommende Saison der deutsche 3000m- Meister der U18 Robin Müller/Langstrecke, in den Nachwuchskader 2 wurden aufgenommen Benedikt Wallstein/Weitsprung, Valentin Brenner/Dreisprung, Emma Herwig/Mittelstrecke und Ada Junghannß/Gehen./am

Sportsplitter am 02.11. 2020

Bevor es in den meisten Sportarten zu einer verordneten Zwangspause im November kommen wird, Wettkämpfe und Punktspiele gestrichen oder ausgesetzt werden, werfen wir an dieser Stelle noch einmal einen Blick auf uns vorliegende Ergebnisse der letzten acht Tage.

Eiskunstlauf

Der erste Wettkampf in der neuen Saison war auch gleichzeitig der vorläufig letzte, man darf hoffen, dass es im Dezember auch im Eiskunstlauf wieder Wettkämpfe geben wird. Unsere Sportschüler nahmen mit guten Erfolgen am Zwinger-Pokal in Dresden teil.

In der so genannten Neulingsklasse konnte Anastasia Schönfeld Rang 5 erreichen, wobei sie in Sichtweite zum Podiumsplatz 3 ihre Konkurrenz beendete.

Eine Klasse höher, in der Nachwuchsklasse, überzeugte Paula Beryak mit Platz 2 unter immerhin 32 Starterinnen.

In der weiblichen Jugendaltersklasse erreichten unsere vier Starterinnen Platzierungen in den Top Ten. Am besten mithalten konnte Melanie Doskowski auf Rang 4, während sich Anna-Maria Kistner durch eine gute Kürleistung noch auf Rang 6 nach vorn schieben konnte. Platz 8 ging an Antonie Hochmuth und Rang 10 an Jennifer Seifert. In dieser Altersklasse gingen 15 Läuferinnen an den Start.

Schließlich überzeugte nach längerer Verletzungspause Tim England als Sieger der Juniorenklasse

Aufgrund der derzeitigen Lage fällt das Winterschaulaufen am 20/21.11. in diesem Jahr aus.

Volleyball

Bevor auch im Volleyball eine Zwangspause im Spielbetrieb einsetzt, werfen wir einen Blick auf den Beginn der Saison, da unsere Sportschülerinnen in der Regionalliga Ost bei den Frauen und unsere Sportschüler eine Spielklasse darunter, in der Thüringenliga bei den Männern, als Volley Juniors Thüringen antreten. Darüber hinaus war man auch in einem Pokalwettbewerb aktiv.

Die Mädchen liegen in ihrer Liga nach 5 Spielen auf Platz 9, haben ein Spiel, gegen Lok Engelsdorf, gewonnen und gegen Chemnitz reichte es immerhin zum Tie-Break.

Die Jungs stehen in der Thüringenliga auf Platz 6, haben allerdings erst 3 Spiele absolviert, wovon sie ein Spiel, in Ilmenau, gewinnen konnten.

Darüber hinaus treten unsere Sportschüler natürlich auch innerhalb ihrer Altersklassen in verschiedenen Wettbewerben an.

So fand am zweiten Ferienwochenende ein so genannter TVV-Cup für Auswahlmannschaften statt, der vom Schmalkalder VV und dem Thüringer Volleyball-Verband organisiert wurde und als kleiner Ersatz für den ausgefallenen Bundespokal durchgeführt wurde.

Dabei trafen unsere Teams aus Thüringen der Jahrgänge 2005/06 (Jungen) bzw. 2006/07 (Mädchen) auf 5 weitere Auswahlmannschaften aus Bayern, Sachsen, Hessen, Sachsen-Anhalt und dem Saarland.

In den Vorrundengruppen spielte zuerst jeder gegen jeden. Dabei konnten unsere Mädchen kein Spiel gewinnen und trafen so im Spiel um Platz 5 auf Sachsen-Anhalt. Hier gelang ein 2:1-Erfolg, sodass am Ende Platz 5 heraussprang.

Erfolgreicher verlief das Turnier für die Thüringer Jungs. In der Vorrunde gelangen drei Siege, sodass man es im Halbfinale mit Sachsen zu tun bekam. Souverän erreichte man einen 2:0-Erfolg. Im Finale wartete das Team aus Bayern, welches alle Vorrundenspiele gewinnen konnte. Letztendlich verlor man das Finale mit 0:2 gegen Bayern, konnte sich aber am Ende über Platz 2 in diesem Turnier freuen.

Fußball

Am Oktober/November-Übergangswochenende gab es für unsere Erfurter Nachwuchsfußballer in der Regionalliga Nordost leider nichts zu gewinnen.

Gegen den neuen Tabellenführer FC Hansa Rostock verloren die A-Junioren ihr Heimspiel mit 1:5 und rangieren nun mit einem Sieg, drei Unentschieden und fünf Niederlagen in der abstiegsbedrohten Zone.

Die B-Junioren gestalteten ihr Heimspiel gegen den neuen Tabellendritten Rostock ausgeglichener, mussten sich am Ende aber auch mit 0:2 geschlagen geben. Damit belegt man derzeit mit drei Siegen und fünf Niederlagen Rang 9.

Auch die C-Junioren konnten nichts Zählbares mit nach Hause bringen, in Aue verlor man 0:3. Der derzeitige Platz 10 mit drei Siegen, einem Unentschieden und zwei Niederlagen ist allerdings wenig aussagekräftig, da man weniger Spiele als die Konkurrenz ausgetragen hat.

Eishockey

Trotz zweier Niederlagen behaupten sich die Jungdrachen der U17 im oberen Tabellendrittel der DNL Division II Nord.

Gegen den Tabellenführer aus Crimmitschau ging es im ersten von zwei Spielen sehr eng zu. Nach dramatischem Kampf verlor man schließlich mit 1:2. Auch das zweite Spiel der U17 Jungdrachen ging mit 2:6 gegen Crimmitschau verloren. Hinter Crimmitschau und den Löwen Frankfurt liegt man derzeit auf Rang 3 der Achtergruppe in der DNL Division II Nord.

Die U20-Jungdrachen waren spielfrei und bleiben in ihrer Division Tabellenführer./am

Sportsplitter vom 29.10.2020

Ferien sind für Sportschüler selten auch Ferien vom Sport. Während die einen, zum Beispiel die Leichtathleten, im Trainingslager an den Grundlagen für die kommende Saison feilten, stehen andere mitten im Punktspielbetrieb und absolvierten ihre Partien in den verschiedensten Ligen.

Handball

Am 07.11. starten unsere Handballmädchen der A-Jugend in die Zwischenrunde der Handball-Bundesliga.

In insgesamt 8 Vorrundengruppen haben sich die Handballerinnen der weiblichen A-Jugend in der Bundesliga duelliert, um die besten 16 Mannschaften auszuspielen, die ab Anfang November in vier Zwischenrundengruppen gegeneinander antreten.

Souverän zogen unsere Sportschülerinnen vom Thüringer HC als Siegerinnen ihrer Vorrundengruppe in diese Zwischenrunde ein, wo sie in Gruppe 2 u.a. auf Bietigheim treffen. Das erste Spiel allerdings absolviert man am 07.11. in der Salza-Halle in Bad Langensalza gegen die Mädchen des HTV Hemer.

Fußball

Die A-Junioren bestreiten zurzeit absolute Härtetests, ging und geht es doch innerhalb von zwei Wochen gegen die drei besten Teams der Regionalliga Nordost.

Den Anfang machte das Spiel bei Erzgebirge Aue, dem Drittplatzierten der Tabelle. Schon hier wurde die gewachsene Stärke unserer Sportschüler deutlich, konnte man sich doch am Ende über ein 2:2 freuen.

Mit dem gleichen Resultat, also 2:2, überzeugten die Erfurter A-Junioren auch eine Woche später beim Tabellenführer Hertha 03 Zehlendorf.

Nun kommt am 01.11. der FC Hansa Rostock zum Gastspiel nach Erfurt. Die Rostocker liegen derzeit auf Platz 2 der Tabelle.

Während die C-Junioren nach 3 Wochen Spielpause erst am Wochenende in Aue wieder in den Spielbetrieb ihrer Regionalliga einsteigen, absolvierten auch die B-Junioren wie ihre älteren Kollegen in den vergangenen 14 Tagen zwei Auswärtsspiele. Nach einer 1:2-Niederlage bei Erzgebirge Aue konnte man beim 1.FC Union Berlin II mit 1:0 gewinnen.

Nächster Gegner ist am 01.11. im Heimspiel der FC Hansa Rostock.

Eishockey

Ferienzeit bedeutet auch für die Erfurter Jungdrachen Punktspielzeit. Sowohl die U20 des EHC Erfurt in der Deutschen Nachwuchsliga Division III/Staffel Nord als auch die U17 des Vereins in der DNL Division II/Staffel Nord waren auf dem Eis aktiv.

Mit zwei deutlichen Siegen kam die U20 von ihren Punktspielen bei der EJ Kassel zurück, nach einem 7:0-Erfolg folgte ein 9:2 für die Erfurter. Auch am vergangenen Wochenende ging es nach Hessen, wo gegen die Löwen Frankfurt mit 3:1 gewonnen und mit 2:3 verloren wurde.

Vor den Spielen am 14. und 15.11. in Wolfsburg liegen die U20-Jungdrachen an der Tabellenspitze ihrer Gruppe.

Die U17 siegte ebenfalls gegen die Eishockey-Jugend Kassel im Heimspiel mit 4:0 und liegt vor den beiden Heimspielen am 31.10. und 01.11. gegen den Tabellenführer, den ETC Crimmitschau, auf Position 2 der Tabelle. Auf dieses Spitzenspiel in dieser Gruppe darf man gespannt sein./am

„Gefragt – Geantwortet” – Meinungsbild am Sportgymnasium

Die deutsche Wiedervereinigung – Gelebtes Leben und Blick auf die Geschichte

Am 3. Oktober dieses Jahres feierten wir bereits 30 Jahre Deutsche Einheit. 30 Jahre, nachdem Deutschland nach einer 40-jährigen Teilung wieder vereint wurde. Dennoch würden, wie bereits erwähnt, viele Menschen den 9. November 1989 als wahren „Tag der Deutschen Einheit“ bezeichnen. Die eigentliche Wende brachte ja auch der Fall der Mauer ein knappes Jahr früher. Warum wurde dieser Tag dann nicht zum Feiertag ernannt? Das hat politische Gründe. Da der 9. November ein Tag in der deutschen Geschichte ist, der nicht zuletzt durch den Hitler-Putsch (1923) und die Reichspogromnacht (1938) mit negativen Konnotationen behaftet ist, musste man sich auf einen anderen Tag festlegen und es wurde der, an dem die DDR der BRD beigetreten ist. Für die Schüler unserer Schule ist es Vergangenheit, nur ein Blick auf die Geschichte. Für die meisten unserer Lehrer jedoch bedeutet es gelebtes Leben. Gerade deshalb ist es besonders interessant, die Meinungen beider Seiten zu hören. Wir haben Schüler und auch Lehrer befragt, mit welchen Gedanken sie diesen Tag sehen. Im Folgenden werdet ihr einen Einblick in die Ergebnisse dieser Umfragen erhalten.

Ein geteiltes Deutschland? Heute noch? Unvorstellbar! Wie sich zeigte, wusste auch nur die knappe Mehrheit der teilnehmenden Schüler, was am 3. Oktober überhaupt gefeiert wird, zumal das Datum für die meisten Schüler und auch Lehrer persönlich eher weniger bedeutsam ist.

Der Wunsch einiger Lehrer nach mehr Informationsveranstaltungen an diesem Tag, damit nicht in Vergessenheit gerät, dass mal andere Verhältnisse in Deutschland  herrschten, die DDR ein „Gefängnis“ war und was aber andererseits die dort lebenden Menschen geleistet haben, scheint also berechtigt. Die meisten halten die überall stattfindenden Veranstaltungen aber für „ausreichend“ und „angemessen“. Zudem sind sie sich einig, dass der Tag zu Recht zum Feiertag erklärt wurde aufgrund der Bedeutsamkeit dieses Ereignisses für die deutsche Geschichte. Damit stimmen ihnen auch 99% der Schüler zu, die von dem Ereignis nur Erzählungen hören und aus der Sicht eines Nicht-Betroffenen bewerten können.

Da ist es schön zu sehen, dass doch viele Schüler, wenn auch eher selten in ihren Familien, besonders mit den Großeltern, über die Wiedervereinigung sprechen und auf diese Weise einen wichtigen Teil der Geschichte Deutschlands mitgegeben bekommen.

Deshalb im Folgenden auch mal ein kurzer Einblick von Zeitzeugen in das Leben am Sportgymnasium Erfurt während der DDR und wie sich die Wiedervereinigung auf den Leistungssport auswirkte:

Die Schule war eine „hochspezialisierte Sportschule“ mit „sportartenreinen Klassen“. Es gab eine „superenge“ Zusammenarbeit mit dem Sport, das bedeutet, dass sich wöchentlich das KPK, das “Kleine Pädagogenkollektiv”, bestehend aus Klassenleiter, Trainer und Erzieher, traf, um gemeinsam Termine zu planen und darüber hinaus der Klassenleiter mit zu Trainingslagern und Wettkämpfen fuhr, sodass die Schüler in den Hauptfächern unterrichtet werden konnten. Außerdem waren die Klassenstrukturen anders, das heißt, Jungen und Mädchen wurden getrennt unterrichtet, es begann schon mit der 1. Klasse, und die einzelnen Sportarten kamen in unterschiedlichen Klassenstufen an die Schule. Auch Einzelunterricht war damals keine Seltenheit und es gab eine Schulzeitstreckung. Zusammenfassend kann man sagen: Es herrschten „Superbedingungen“.

Das änderte sich schlagartig nach der Wende, als plötzlich auch „Nichtsportler“ und neue Sportarten aufgenommen werden mussten. Vieles fiel weg, so zum Beispiel die sportartenreinen Klassen und die Schulstreckung. Ähnliche Bedingungen kamen erst wieder nach 7 Jahren. Doch nicht nur auf unsere Schule bezogen, kam es zu drastischen Änderungen im Leistungs- und Breitensport, sodass dieser damals als „großer Verlierer“ aus der Nachwendezeit hervorging. Das „komplette Sportsystem“ wurde abgebaut, die damaligen Strukturen in Frage gestellt, aufgelöst und erst später wieder aufgebaut. Wie in den meisten anderen Bereichen auch musste das System des Westens übernommen werden und es kam zu großer Arbeitslosigkeit. Nicht wenige haben dadurch ihren Job verloren oder die Fachhochschulabschlüsse wurden nicht anerkannt. Das hat nicht nur den Sport betroffen, sondern die Allgemeinheit, so auch Lehrer unserer Schule. Diese gerieten damals besonders in Verruf, da ihnen eine Zusammenarbeit mit dem Staat vorgeworfen wurde. Es war eines der Themen der „täglichen Diskussionen“, mit denen sie konfrontiert wurden.

Für das ganze Land bedeutete es einen großen Umschwung, der gleichermaßen begrüßt wie auch abgelehnt wurde. Mich erreichten viele positive Worte, wie Freiheit, Hoffnung, Träume und Wünsche, die den negativen, wie Sorge, Unsicherheit, Enttäuschung und Überforderung gegenübergestellt wurden. Berührende Worte, die von emotionalen Geschichten stammen. Jeder hat die Wende und anschließende Wiedervereinigung auf andere Weise erlebt, so dass ich Berichte aus den unterschiedlichsten Sichtweisen hörte. Manche unserer Lehrer waren noch in der Schule oder beim Studium, einige arbeiteten bereits oder mussten mit ganz anderen Schwierigkeiten kämpfen.  Es ließ sich vor allem heraushören, dass alles „ganz schön schnell“ ging, zu schnell, um kritisch auf Fehler zu schauen, diese auszumerzen und gemeinsam gute Ideen zu entwickeln und umzusetzen. Deshalb sprechen auch so viele Menschen von einer „Übernahme“, auf Grund dessen, wie die Wiedervereinigung ablief.

Erst einmal löste der Mauerfall „großes Erstaunen“ und „Ungläubigkeit“ aus. Es war der „Wahnsinn“, denn für viele war es nicht vorstellbar. Plötzlich konnte man überall im Fernsehen sehen, wie „Menschen auf der Mauer tanzen“ und „DDR-Bürger in langen Kolonnen gen Westen fuhren“. Bahnhofsgebäude waren überfüllt, weil alle in den „gelobten Westen“ reisen wollten. Dann wurde nach und nach das System der BRD der DDR „übergestülpt“. Daraus hätten sich sowohl Vorteile als auch Nachteile ergeben, dennoch beurteilen unsere Lehrer die Wiedervereinigung für Gesamtdeutschland grundsätzlich als das Richtige. Es folgten viele neue Freiheitsrechte, zuallererst die Reise- und Meinungsfreiheit. Davon profitieren die Menschen heute noch. So empfinden es auch viele Schüler, die dankbar sind, überall hinreisen, sich deutschlandweit mit der Konkurrenz messen und auch in anderen Ländern trainieren zu können. Der Austausch ist sehr wertvoll für den Leistungssport und belebte ihn trotz damaliger anfänglicher Schwierigkeiten, vor allem durch die neuen Möglichkeiten, wozu auch materielle Belohnungen für die Sportler gehörten.

Jedoch hat eine Medaille immer zwei Seiten und so kam es neben der bereits erwähnten Arbeitslosigkeit auch zu einer „massiven Abwanderung junger Menschen“ in den Westen und zum Verlust des „sozialen Zusammenhalts“. Die Folgen davon spüren viele heute noch, sowohl Schüler als auch Lehrer. Es bestehen noch viele gegenseitige Vorurteile zwischen Ost und West, „Betriebe haben ihre Stammsitze im Westen“ und auch die Mentalität der Menschen ist unterschiedlich. Allerdings hat gleichermaßen ein Teil der Schüler angegeben, keine Nachwirkungen mehr zu spüren, was sich darauf zurückführen lässt, dass in den meisten Köpfen der jüngeren Generation keine Teilung mehr in Ost und West existiert. Der Grund dafür ist einfach zu finden, haben doch Schüler im Alter von 10 bis 19 Jahren, die aus dem ehemaligen Ost- bzw. Westdeutschland stammen, das geteilte Deutschland nicht mehr erlebt.

Als Resümee der Umfrage ist zu konstatieren, dass Deutschland wieder eine Einheit ist, aber noch keine Einheitlichkeit erzielt wurde. Das betrifft vor allem die Bereiche Politik, Wirtschaft, Einkommen und Rente. Trotz dessen sind sich alle einig, dass die Wiedervereinigung das Richtige war und die Deutschen wieder ein Volk sind. Dieser Moment und die Verhältnisse, die damals herrschten, sollen durch den „Tag der Deutschen Einheit“ in Erinnerung behalten werden.

Hiermit möchte ich mich nochmal bei allen bedanken, die sich die Zeit genommen haben, meine Fragen zu beantworten./ab

Sportsplitter vom 12.10. 2020

Radsport

Derzeit finden im italienischen Fiorenzuola die Bahn-Europameisterschaften der Junioren U19 und der Nachwuchsklasse U23 statt. Aus unserer Schule hat sich der Sprinter Willy Weinrich für dieses Event qualifiziert und mit dem Gewinn von drei Medaillen grandiose Erfolge gefeiert.

Im Sprintturnier der U19-Junioren fuhr Willy Weinrich (A 23) am vergangenen Samstag überzeugende Rennen und qualifizierte sich über Vorrunde, Achtelfinale, Viertelfinale und Halbfinale souverän für das Finale und hatte damit schon Silber sicher.

Nun galt es gegen den Polen Burawski zu bestehen, der vorher im Halbfinale den anderen deutschen Starter ausgeschaltet hatte. Weinrich benötigte den Entscheidungslauf, um schließlich mit 2:1 den Sieg gegen den Polen davonzutragen und damit auf dem obersten Podest die Ehrung als U19-Europameister im Sprint entgegenzunehmen.

Mit diesem Erfolg komplettierte Willy Weinrich seine Medaillensammlung von Fiorenzuola. Bereits einen Tag zuvor überzeugte der Erfurter Sportschüler mit dem Gewinn der Bronzemedaille im 1000m-Zeitfahren.

Zum Auftakt der Europameisterschaft am vergangenen Donnerstag stieg Willy Weinrich mit dem deutschen Sprintteam erfolgreich in diese italienischen Meisterschaftstage ein. Im Teamsprint der U19-Junioren gelang nach der besten Zeit in der Qualifikation im Finale ein deutlicher Sieg gegen die polnische Mannschaft, sodass das deutsche Dreier-Sprintteam mit unserem Willy Weinrich die Goldmedaille in Empfang nehmen konnte.

Mit zwei Goldmedaillen und dem Gewinn einer Bronzemedaille avancierte Willy Weinrich zu einem der erfolgreichsten Athleten der U19/U23-Europameisterschaften 2020. Herzlichen Glückwunsch, Willy!

Fußball

Mit drei Siegen und nur einer Niederlage haben die A-und B-Junioren in der Regionalliga Nordost, der Spielklasse unterhalb der drei Bundesligastaffeln, die letzten beiden Spieltage recht erfolgreich gestalten können. 

Endlich hat es für die A-Junioren geklappt, der erste Sieg ist eingefahren. Nachdem man noch am 5.Spieltag zu Hause gegen Tennis Borussia Berlin mit 2:4 den Kürzeren zog, gelang am vergangenen Wochenende mit dem 1:0–Auswärtserfolg in Zwickau der erste Dreier in der Saison.

Nun gilt es, diesen Trend am kommenden Samstag in der Heimpartie gegen Erzgebirge Aue, derzeit Dritter der Liga, fortzusetzen.

Die B-Junioren konnten sogar die letzten beiden Spiele gewinnen und haben sich damit im Mittelfeld der Liga etabliert. Nachdem Tennis Borussia Berlin am 5.Spieltag mit 2:0 nach Hause geschickt wurde, blieb man nun auch in Berlin erfolgreich. Beim Auswärtsspiel bei den Füchsen Berlin Reinickendorf gelang ein 4:2-Erfolg.

Auch die B-Junioren bekommen es am kommenden Spieltag mit Erzgebirge Aue, dem Tabellennachbarn, zu tun.

Das Regionalligaspiel der C-Junioren gegen Cottbus wurde abgesagt, am Spieltag zuvor gab es ein 1:1 in Berlin gegen die Füchse Reinickendorf.

Handball

Auch im Handball hat die neue Saison unter Corona-Bedingungen begonnen und unsere Mädels vom Sportgymnasium sind in den verschiedensten Mannschaften des Thüringer Handball Clubs aktiv. Die Saison begann für fast alle sehr erfolgversprechend.

Den Sprung ins Frauenteam des THC, das zur Zeit in der Bundesliga der Frauen sehr erfolgreich spielt und an erster Stelle liegt, hat Laura Kuske als Torfrau geschafft.

Weitere Schülerinnen der Oberstufe bzw. der 10.Klasse spielen sowohl in der 2. Mannschaft des THC in der 3.Liga der Frauen/Staffel Mitte als auch in einer Staffel der Bundesliga der weiblichen A-Jugend. Darüber hinaus spielt die weibliche Jugend B in der Mitteldeutschen Oberliga.

Nach vier Spieltagen der weiblichen A-Jugend liegen die THC-Mädels in ihrer Bundesligagruppe 5 mit vier Siegen an der Tabellenspitze. So gelang am Wochenende ein 30:20 gegen den Frankfurter Handball-Club. Als eine der beiden Tabellenersten kann man sich nach der Vorrunde für das Achtelfinale qualifizieren. Unsere Spielerinnen sind dabei auf einem guten Weg.

Eishockey

Ende September hat auch der Erfurter Eishockeynachwuchs seine Punktspiele in der aktuellen Saison aufgenommen. Die Jungdrachen vom EHC Erfurt spielen als U20 derzeit sehr erfolgreich in der Deutschen Nachwuchsliga NachwuchsligaNachwuchsliga

Nachwuchsliga Division III/Staffel Nord und die U17 des EHC Erfurt dominiert im Moment in der DNL Division II/Staffel Nord das Punktspielgeschehen.

Mit 6 Siegen sind die U20-Jungdrachen in die Saison gestartet und haben nacheinander den Hamburger SV, Bremerhaven und Bad Nauheim jeweils in zwei Spielen im heimischen Stadion abgefertigt. Nun geht es als Tabellenführer erstmals auf Reisen in dieser Saison. Am kommenden Wochenende tritt man im Hessischen gegen EJ Kassel an.

Nicht viel schlechter gestaltete sich der Saisoneinstieg der U17-Jungdrachen. Nach vier Siegen, je zweimal gegen Bad Nauheim und den Hamburger SV, wurde am vergangenen Wochenende das Aufeinandertreffen mit den Löwen Frankfurt zum ersten wirklichen Kräftemessen. Nach einem 3:2-Sieg folget eine 2:3-Niederlage. Nichtsdestotrotz liegt man vor dem nächsten Heimspiel gegen die EJ Kassel ebenso an der Spitze der Liga wie die U20-Mannschaft./am